Ablauf des Erhebungsverfahrens über das Leben und den heroischen Tugendgrad des Dieners Gottes Abt Karl Braunstorfer OCist

1.      Das Kapitel des Stiftes Heiligenkreuz  entschied am 7. November 2002, dass ein Seligsprechungsverfahren angestrebt werden soll.

2.      Der Abt ernannte einen Postulator, der die Bitte des Konvents an den Erzbischof von Wien herantrug und als „Anwalt“ das gesamte diözesane Verfahren weiterhin begleiten wird.

3.      Der Erzbischof gab die Erlaubnis mit Voruntersuchungen zu beginnen. Es wurden Dokumente und Schriften gesammelt, gesichtet und geprüft, ob nichts gegen die Lehre der Kirche und gegen die guten Sitten vorliege.  Auch wurden Zeugen vor befragt, deren Aussagen dem bischöflichen Senat zugänglich gemacht werden.

4.      Nach der Prüfung und positiven Bewertung durch den Postulator, richtete dieser die Bitte an den Erzbischof, einen diözesanen Erhebungsprozess einzuleiten.

5.      Der Erzbischof ernannte einen Senat, der das Erhebungsverfahren durchführt: Einen „delegatus episcopalis“ (bischöflichen Delegierten), einen „promotor justitiae“ (Kirchenanwalt)  und einen „notarius actuarius“ (Notar).  Nach der Vereidigung am 15. November 2008 im Rahmen der „sessio prima“ (das ist eine feierliche erste Eröffnungssitzung) wird der Senat mit der Befragung der Zeugen beginnen.

6.      Sowohl theologische, als auch historische Gutachter - aus dem Fachgebiet der kirchlichen Zeitgeschichte – sind zu ernennen. Diese haben die genaue Sichtung und Wertung der bereits gesammelten Archivbestände vorzunehmen und in  Form von Gutachten zu dokumentieren.

7.      Bei positivem Abschluss des Verfahrens lädt der Erzbischof zur „sessio ultima“ (feierlichen Schlusssitzung) ein. Es wird dabei eine genaue Abschrift und Sammlung aller förmlichen und inhaltlichen Verfahrensschritte der zuständigen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren in Rom übermittelt. Dadurch wird das bischöfliche Erhebungsverfahren in der Erzdiözese Wien  abgeschlossen.

8.      Der kirchliche Senat besteht aus dem bischöflichen Delegierten, Msgr. LLic. Mag. Dr. Johannes Salzl, dem Kirchenanwalt EKR P. Anton Bruck und dem Notar Mag. Andreas Lotz, LL.M.  Diese werden zusammen mit dem vom Stift Heiligenkreuz bestellten Postulator, Mag. P. Ludwig Maria Trenker OCist, das laufende Verfahren zukünftig durchführen und betreuen.

Bericht zur „sessio prima“ im Seligsprechungsverfahren für Abt Karl Braunstorfer vom Stift Heiligenkreuz am 15. November 2008

Der Abt des Stiftes Heiligenkreuz hatte am Fest des Klostergründers, dem heiligen Markrafen Leopold von Österreich, zu einer besonderen Vesper eingeladen. Diese Vesper war erstmalig in der Jahrhunderte alten Tradition des Stiftes: Im Rahmen des kirchlichen Abendgebetes, dem der Erzbischof von Wien, Dr. Christoph Kardinal Schönborn vorstand, wurde vor zahlreichen Mönchen und Mitfeiernden das Seligsprechungsverfahren für Abt Karl Braunstorfer (1895  - 1978) eröffnet.

Nach der Begrüßung durch Abt Gregor Henckel Donnersmarck wurden sowohl der Postulator des Verfahrens, P. Mag. Ludwig Maria Trenker OCist, vereidigt, sowie der Senat, der das Verfahren leiten wird.

Zum Senat gehören: In Vertretung des Erzbischofs, Msgr. LLic. Mag. Dr. Johannes Salzl – Pfarrer und Offizial der Diözese Eisenstadt, der Franziskanerpater EKR P. Anton Bruck als „promotor iustitiae“ (Kirchenanwalt), sowie Mag. Andreas Lotz LL.M,  Vizekanzler des Erzbischöflichen Ordinariates in Wien, der als Notar mit bewährter Erfahrung den Prozess begleiten wird.

Nach dem eindrucksvollen Vespergebet zogen der  Herr Kardinal und alle Mitfeiernden unter Gesang mit brennenden Kerzen zum Friedhof des Klosters an das schlichte Grab des Dieners Gottes Abt Karl. Nach einem stillen Gebet stellten viele Verehrer von Abt Karl ihre Kerzen an sein Grab, mit Bitten für die Familien, für Kranke, für die Umsetzung des II. Vatikanischen Konzils, für das Stift, für die eigene Bekehrung, für geistliche Berufungen.....

Wir beten, dass das Verfahren auf diözesaner Ebene zu einem guten Abschluss kommt und später in Rom den weiteren Fortgang findet.

Der Konzilsvater Abt Karl zeigt uns, dass die recht verstandenen Beschlüsse des II. Vaticanums Früchte bringen - auch und besonders in unseren Tagen.

PMS

 

 



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